Vierzehn Farbratten

Vierzehn Farbratten

Am 6.1. fand ein Spaziergänger bei fast 0 °C Außentemperatur einen Karton in der Frühlingsstraße in FFB. Darin 14 ausgewachsene Farbratten schon übereinander gestapelt, weil der Karton so klein war. Um 15 Uhr landeten die Ratten mitsamt Karton auf der Polizeiinspektion FFB bis 23 Uhr, als die Mitarbeiter der Rattennothilfe München sie abholen konnten. Zu diesem Zeitpunkt konnte der bisherige Halter noch nicht ermittelt werden.
Es waren 14 Farbratten, etwa zwischen 6 und 12 Monaten alt. Die meisten werden etwa auf 7-8 Monate geschätzt. 5 Weibchen und 9 Böcke, hauptsächlich schwarzweiß, aber auch zwei Albinoböcke und je Geschlecht zwei Huskys. Alle sind lieb und freundlich und verstehen sich miteinander sehr gut. Anfassen und Halten kennen sie wohl nicht so gut, aber einige lassen es friedlich über sich ergehen und genießen erste Streichelheiten. Bisher sind sie sehr genügsame und friedliche Ratten.
Ein Weibchen mussten wir noch am 7.1. sofort zur Euthanasie bringen, da sie einen gigantischen Tumor hatte, der jeder Beschreibung trotzt. Wieviele Monate sich dieses Mädchen furchtbar gequält haben muss, wollen wir gar nicht wissen ... Die Tiere sind voller Parasiten, ein Milbenbefall wird gerade behandelt und eine Kotprobe hat Hakenwürmer ergeben, gegen die sie nun auch behandelt werden müssen. Außerdem haben alle mehr oder weniger starke Atemprobleme (Lungenentzündung), gegen die sie nun auch noch ein Antibiotikum bekommen müssen und zwei der Böcke haben einen Schiefkopf, einer davon Lähmungen in den Hinterbeinen. Diese zwei bräuchten intensive medizinische Pflege und gesondertes Päppeln. Alle sind zum Teil sehr stark unterernährt, bei ihrer Ankunft haben sie mehrere Stunden mit gierigem Trinken und Fressen verbracht, sie müssen schon lange nichts mehr zu Trinken oder zu Essen bekommen haben. Weil die Geschlechter so zusammensaßen, mussten wir von einer Schwangerschaft aller Weibchen ausgehen, gegen die 3 der 4 verbleibenden Weibchen nun behandelt wurden, eine war zum Zeitpunkt des Aussetzens bereits hochschwanger und kurz vor der Niederkunft. Gestern Abend hat sie 10 tote Babies zur Welt gebracht, nur eines war lebendig, aber es bleibt abzuwarten, ob es angenommen und aufgezogen werden kann.
Die Tiere müssen auf jedem Fall 3, besser 4-5 Wochen strikte Quarantäne halten, also keine Überschneidungspunkte mit anderen Tieren im Haus haben. Also auch häufige Reinigung des Käfigs (besonders gründlich) mit sofortiger Entsorgung des Streus/Drecks und Händewaschen nach jedem Kontakt mit den Tieren. Ein Tierarzt mit Erfahrung mit Ratten ist dringend nötig und die Behandlungen, die nun angelaufen sind, müssen zuverlässig weitergeführt werden. Alle hängen sehr aneinander und werden nur mindestens zu zweit abgegeben, für die Ratten wären größere Gruppen natürlich toll. Artgerechte Rattenhaltung versteht sich von selbst, wir beraten da auch gerne. Auch über die Anpassungen, die eine Haltung von den beiden behinderten Ratten bräuchten, für die eine Haltung mindestens in einer 3er-Gruppe sinnvoll wäre. Erfahrung mit der Rattenhaltung wäre sinnvoll, die Ratten sind zwar lieb und nett, aber wegen ihrer Gesundheitszustände wäre es schon sinnvoll.

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